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Dr. Woisetschläger & Dr. Mutschlechner
Wirtschaftstreuhand - Steuerberatungsgesellschaft mbH

Topfsonderausgaben

Darunter fallen

  • Beiträge zu Versicherungen
  • Aufwendungen für Wohnraumschaffung und -sanierung

Die betreffenden Verträge müssen vor dem 1. Jänner 2016 abgeschlossen worden sein und sind insgesamt bis zu einem persönlichen Höchstbetrag von 2.920 Euro jährlich abzugsfähig.
Steht dem Steuerpflichtigen der Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag zu, so erhöht sich der Höchstbetrag um weitere 2.920 €. Ausgaben, welche diesen Höchstbetrag überschreiten, können nicht berücksichtigt werden.
Steht dem Steuerpflichtigen der Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag nicht zu,erhöht sich der persönliche Höchstbetrag um 2.920 €, wenn die Einkünfte des Partners weniger als 6.000 € im Jahr betragen, der Steuerpflichtige mehr als sechs Monate im Kalenderjahr verheiratet bzw. eingetragener Partner ist und vom Partner nicht dauernd getrennt lebt.

Die innerhalb des persönlichen Höchstbetrages ausgegebene Summe wird geviertelt und um die Sonderausgabenpauschale von 60 Euro jährlich vermindert. Topf-Sonderausgaben wirken sich daher steuerlich nur aus, wenn sie höher als 240 € sind.
Wenn die Einkünfte des Steuerpflichtigen mehr als 36.400 € im Jahr betragen, erfolgt eine gleichmäßige Kürzung, dass bei einem Gesamtbetrag aller Einkünfte von 60.000 € nur noch der Sonderausgabenpauschalbetrag von 60 € als Sonderausgabe absetzbar ist.
Zur Verdeutlichung ein einfaches Beispiel:
Die Sonderausgaben belaufen sich auf 2.344 €. Ein Viertel davon ist 586 €. Davon wird die Sonderausgabenpauschale von 60 € abgezogen. Dies ergibt steuerwirksame Sonderausgaben in der Höhe von 526 € (bis 36.400 € Jahreseinkünfte).
In einem anderen Beispiel liegt der Gesamtbetrag der Einkünfte bei 41.034,08 Euro, die Aufwendungen für Wohnraumschaffung belaufen sich auf 4821,76 € und der ermittelte Höchstbetrag wird mit 2.920 € angegeben.
Für die Berechnung kann einfach folgende Formel verwendet werden: ((60.000 - 41.034,08) * ((2.920 / 4) -60))) / (60.000 - 36.400) + 60
Dies ergibt eine steuerwirksame Sonderausgabe in der Höhe von 598,44 €.

 

Sonderausgaben ohne Höchstbetrag

Darunter fallen

  • Renten und dauernde Lasten
  • freiwillige Weiterversicherung in gesetzlicher Pensionsversicherung
  • Steuerberatungskosten

Diese können mit dem Pauschalbetrag und ohne Berücksichtigung des Höchstbetrages geltend gemacht werden.

 

Sonderausgaben mit jeweils eigenem Höchstbetrag
Darunter fallen
  • Kirchenbeiträge in einer maximalen Höhe von 400 €. Eine Berücksichtigung kann unter Umständen auch durch den Dienstgeber bei der Dezemberlohnverrechnung erfolgen.
  • Geldzuwendungen und Spenden an begünstige Körperschaften / Universitäten mit maximal 10 % der Einkünfte des aktuellen Jahres

Der Verlustabzug, auch Verlustvortrag, stellt im Unterschied zu den übrigen Sonderausgaben keine ausgabe an sich dar, sondern eine periodenübergreifende Ergänzung der Gewinnermittlung.
Können bei den betrieblichen Einkunftsarten angefallene Verluste nicht mit ausreichend positiven Einkünften im gleichen Jahr ausgeglichen werden, so können sie "vorgetragen", das heißt in Folgejahren als Sonderausgaben abgezogen werden (§ 18 Abs. 6 EStG).

Erforderlich hierführ ist, dass die Verluste durch eine ordnungsmäßige Buchführung ermittelt wurden. Die Verluste können zeitlich unbegrenzt vorgetragen werden.

Sofern diese nicht bereits als Betriebsausgabe oder Werbungskosten berücksichtigt wurden können sie als Sonderausgabe geltend gemacht werden.

Spenden sind als freiwillige Zuwendungen grundsätzlich steuerlich nicht abzugsfähig, es sei denn sie werden in Form von Geldzuwendungen an begünstigte Institutionen geleistet.

Abzugsfähig sind Zuwendungen

  • die der Durchführung von Forschungsaufgaben dienen
  • die der Erwachsenenbildung dienenden Lehraufgaben durchführen (Universität, Kunsthochschule, Akademien etc.)
  • an folgende, ausdrücklich im Gesetz benannte Institutionen
    • die Österreichische Nationalbibliothek
    • die Diplomatische Akademie bzw. vergleichbare Einrichtungen, die einen Sitz in einem Mitgliedsstaat der EU haben
    • das Österreichische Archäologische Institut
    • das Österreichische Filminstitut
    • das Institut für Österreichische Geschichtsforschung
    • die Internationale Anti-Korruptions-Akademie
    • Einrichtungen mit einem Sitz in einem Mitgliedsstaat der EU, oder einem Staat, mit dem eine umfassende Amtshilfe besteht, sofern sie die Zwecke gem. § 4a Abs. 2 Z 3 lit. a bis c EStG erfüllen
    • diverse Museen von Körperschaften des öffentlichen Rechts und diesen vergleichbare, der Kulturförderung in Österreich dienende Einrichtungen in der EU oder einem Staat, mit dem eine umfassende Amtshilfe besteht
    • Organisationen, deren ausschließlicher Zweck der Förderung des Behindertensportes dient
  • an die freiwillige Feuerwehr bzw. der jeweiligen Landesfeuerwehrverbände

Ab 01.01.2017 unterliegen private Spenden an derartige Einrichtungen dem elektronischen Datenaustausch und werden automatisch in der Einkommensteuerveranlagung als Sonderausgaben berücksichtigt.

Desweiteren sind Spenden an bestimmte, in der Liste der begünstigten Spendenempfänger eingetragenen Institutionen ebenfalls abzugsfähig. Allgemein sind dies Organisationen, die Spenden für mildtätige Zwecke sammeln, Entwicklungshilfe leisten, dem Erhalt der Natur- und Artenvielfalt oder dem Umweltschutz dienen.

Die Spende darf die Höchstgrenze von 500.000 € nicht überschreiten. Im Kalenderjahr der jeweiligen Zuwendung können diese insoweit geltend gemacht werden als sie 10%, des sich nach Verlustausgleich ergebenden Gesamtbetrages der Einkünfte, nicht übersteigen.

Voraussetzung für den Kirchenbeitrag ist, dass er an eine gesetzlich anerkannte Kirchen- oder Religionsgemeinschaft geleistet werden muss.

Ab 01.01.2017 werden die Kirchenbeitragszahlungen direkt an das zuständige Finanzamt gemeldet und automatisch in die Arbeitnehmerveranlagung übernommen.

Der Kirchenbeitrag ist wie bisher auch bis maximal 400 € steuerlich absetzbar, die Zahlungsbestätigung muss jedoch nicht mehr aufbewahrt werden.